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Ratgeber

Brennwerttechnik: So funktioniert sie wirklich.

Was Brennwerttechnik von älteren Heizkesseln unterscheidet, warum die Rücklauftemperatur über den Nutzen entscheidet und worauf bei Abgasführung und Kondensat zu achten ist.

EST Gebäudetechnik1 Min. Lesezeit
Brennwerttechnik: So funktioniert sie wirklich

Brennwertkessel gelten seit Jahren als Standard bei Gas und Öl. Ihr Vorteil gegenüber älteren Heizkesseln entsteht an einer Stelle, die viele übersehen: Sie nutzen die Wärme, die im Wasserdampf des Abgases steckt — aber nur, wenn die Anlage richtig eingestellt ist.

Das Prinzip

Bei der Verbrennung entsteht Wasserdampf. In einem klassischen Kessel verlässt dieser Dampf ungenutzt den Schornstein. Ein Brennwertgerät kühlt das Abgas so weit ab, dass der Dampf kondensiert und seine Kondensationswärme an das Heizungswasser abgibt. Deshalb spricht man von Brennwertnutzung.

Warum die Rücklauftemperatur entscheidet

Kondensation setzt erst ein, wenn das rücklaufende Heizungswasser kühl genug ist — bei Erdgas unterhalb von etwa 55 Grad. Läuft die Anlage dauerhaft mit hoher Vorlauf- und Rücklauftemperatur, arbeitet der teure Brennwertkessel faktisch wie ein alter Heizwertkessel. Genau hier entscheidet die Einstellung über den Verbrauch:

  • Heizkurve so flach wie möglich einstellen
  • Hydraulischen Abgleich durchführen
  • Große Heizflächen oder Fußbodenheizung bevorzugen
  • Überströmventile und Beimischungen vermeiden, die den Rücklauf anheben

Abgas und Kondensat

Weil das Abgas kühler ist, braucht ein Brennwertgerät eine feuchteunempfindliche Abgasleitung — meist ein Kunststoffrohr im vorhandenen Schornstein. Zusätzlich fällt saures Kondensat an, das über einen Siphon abgeführt und je nach Anlagengröße und kommunaler Vorgabe neutralisiert werden muss.

Häufige Fragen

Lohnt der Tausch eines Niedertemperaturkessels?

Bei alten Kesseln ab etwa 20 Jahren fast immer. Bevor Sie in einen neuen Brennstoffkessel investieren, sollten Sie allerdings prüfen lassen, ob eine Wärmepumpe für Ihr Gebäude infrage kommt.

Funktioniert Brennwert mit Heizkörpern?

Ja, sofern die Heizflächen groß genug sind, um mit moderaten Temperaturen auszukommen. Ein Abgleich ist Voraussetzung.

Wie oft ist Wartung nötig?

Einmal jährlich. Dabei werden Wärmetauscher, Siphon und Verbrennungswerte kontrolliert — verstopfte Kondensatwege sind eine häufige Störungsursache.

Was ist mit Öl-Brennwert?

Das Prinzip ist dasselbe, die Kondensation setzt jedoch erst bei niedrigeren Temperaturen ein, der Zusatznutzen fällt geringer aus als bei Gas.

Wir warten, optimieren und erneuern Brennwertanlagen in Fürstenfeldbruck und Umgebung — und sagen Ihnen ehrlich, wann sich stattdessen ein Systemwechsel rechnet.

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